{"id":339,"date":"2022-05-25T10:15:35","date_gmt":"2022-05-25T10:15:35","guid":{"rendered":"https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/?page_id=339"},"modified":"2025-05-05T19:45:48","modified_gmt":"2025-05-05T17:45:48","slug":"339-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/?page_id=339","title":{"rendered":"Die Geschichte des Antiquariats"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82 alignleft\" src=\"https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Techant-Kopie-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Techant-Kopie-241x300.jpg 241w, https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Techant-Kopie-824x1024.jpg 824w, https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Techant-Kopie-768x955.jpg 768w, https:\/\/antiquariat-neustrelitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Techant-Kopie.jpg 844w\" sizes=\"(max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<p>Das Antiquariat entstand auf private Initiative von Bernd Techant (Foto) im Jahr 2000 in Feldberg. Der Bundeswehroffizier aus dem Westen war im Zuge der Wiedervereinigung nach Neubrandenburg gekommen. Nach Ende seiner Dienstzeit blieb er hier und wollte sich kulturell engagieren. Von den ersten \u00dcberlegungen im Jahre 1998 bis zur Er\u00f6ffnung seines Antiquariats im April 2000 mit rund 20.000 B\u00fcchern war viel zu tun. \u201eAuch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt\u201c lautete die \u00dcberschrift eines Artikels im Amtsblatt der Gemeinde Feldberg, der \u00fcber Techants Bem\u00fchungen berichtete. Zu den Schritten geh\u00f6rte vor allem die Buchbeschaffung. In Feldberg warb Christa Ditzen aus der Fallada-Familie f\u00fcr Buchschenkungen an das zu gr\u00fcndende Antiquariat. Durch die Verbindung zum Buchdorf M\u00fchlbeck bei Wolfen konnte Bernd Techant in ganz Nord- und Mitteldeutschland B\u00fccher aus Haushaltsaufl\u00f6sungen zusammentragen.<\/p>\n\n\n<p>Ganz konkret wurde es dann 1999: Die Gemeinde Feldberg stellte R\u00e4ume in der Kastanienallee zur Verf\u00fcgung, die Sparkasse gew\u00e4hrte einen Kredit \u00fcber 10.000 Mark zum Regalkauf, mit sechs freiwilligen Helfern aus der Suchtklinik wurden die Regale aufgebaut und mit B\u00fcchern gef\u00fcllt. In der Strelitzer Stra\u00dfe 2 gab es noch die Buchhandlung Hopp, Antiquit\u00e4ten-Tiedt, den Fallada-Sammler Albert Pfitzner und das Antiquariat Graf, mit denen Neuantiquar Techant gemeinsam warb und gut zusammenarbeitete. Mehr als 50.000 B\u00fccher waren damals in der \u201eStra\u00dfe der Antiquariate\u201c versammelt. Durch Lesungen, Flohm\u00e4rkte und Auktionen wurde die neue Einrichtung immer bekannter und florierte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umzug nach Neustrelitz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leider dauerte das Gl\u00fcck an diesem Standort nur vier Jahre. Nach einem B\u00fcrgermeisterwechsel wurde das gemeindeeigene Geb\u00e4ude in der Kastanienallee verkauft und das Antiquariat musste ausziehen. Ein neues Domizil fand Bernd Techant in der damaligen Kreisstadt Neustrelitz, im landeseigenen Marienpalais neben der Schlosskirche. Dort gab es zwar keine Heizung, aber gro\u00dfz\u00fcgige R\u00e4umlichkeiten. Im Fr\u00fchjahr 2004 wurden die B\u00fccher auf 60 Fahrten mit Pickup und Lkw von Feldberg nach Neustrelitz gebracht. Neben einem Angestellten arbeiteten auch viele Bekannte und Kunden als Helfer mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wiederum vier Jahren war auch hier Schluss: 2008 verkaufte das Land das Marienpalais. Techant fand zun\u00e4chst keine neuen R\u00e4ume und musste die B\u00fccherkisten und Regale einmotten \u2013 jeweils zw\u00f6lf Bananenkisten aufeinander auf 40 Quadratmetern im ehemaligen Kunsthaus in der Schlossstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 2009 bot der Bauunternehmer Bernd Werdermann ein Stockwerk im Hafenspeicher als neues Quartier f\u00fcr das Antiquariat an. Der Speicher musste aber noch renoviert werden. Schlie\u00dflich konnte das Antiquariat dort an Ostern 2011 er\u00f6ffnen \u2013 in gro\u00dfz\u00fcgigen R\u00e4umen und erweitert um ein \u201eMusikzimmer\u201c mit Schallplatten CDs und Musiknoten. Ausstellungen von regionalen K\u00fcnstlern (Joachim Lautenschl\u00e4ger, Holm Heinke, Wolfram Schubert) und Kulturveranstaltungen waren in den neuen R\u00e4umen m\u00f6glich und machten den neuen Standort bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seit 2015 als Gemeinschaftsprojekt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Antiquariatsgr\u00fcnder Bernd Techant liebte nicht nur B\u00fccher, sondern auch das Mittelmeer und besonders die Insel Kreta. In der zweiten H\u00e4lfte des achten Lebensjahrzehnts stehend, wollte er sich nun h\u00e4ufiger Kreta widmen und suchte deshalb einen Nachfolger f\u00fcr seinen B\u00fcchertempel \u2013 und blieb dabei erfolglos. So entstand die Idee, einen Verein aus Lese- und Literaturbegeisterten zu gr\u00fcnden und das Antiquariat auf ehrenamtlicher Basis weiter zu betreiben. Im November 2014 wurden die \u201eFreunde des Buches Neustrelitz e. V.\u201c gegr\u00fcndet und seit Ostern 2015 organisieren etwa zwei Dutzend Helfer das Antiquariat. Bernd Techant arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 2019 im Vorstand des Vereins mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Neuanfang gab es im Jahr 2025, nachdem das Antiquariat mit allen Medien aus dem 2. Stock ins Erdgeschoss des Speichergeb\u00e4udes ziehen konnte. Damit sind die R\u00e4ume jetzt barrierefrei erreichbar. Bislang ist es stets gelungen, die Betriebskosten mit den Einnahmen aus Medienverkauf, Mitgliedsbeitr\u00e4gen und Spenden zu decken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Antiquariat entstand auf private Initiative von Bernd Techant (Foto) im Jahr 2000 in Feldberg. Der Bundeswehroffizier aus dem Westen war im Zuge der Wiedervereinigung nach Neubrandenburg gekommen. Nach Ende seiner Dienstzeit blieb er hier und wollte sich kulturell engagieren. Von den ersten \u00dcberlegungen im Jahre 1998 bis zur Er\u00f6ffnung seines Antiquariats im April 2000 mit rund 20.000 B\u00fcchern war viel zu tun. \u201eAuch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt\u201c lautete die \u00dcberschrift eines Artikels im Amtsblatt der Gemeinde Feldberg, der \u00fcber Techants Bem\u00fchungen berichtete. Zu den Schritten geh\u00f6rte vor allem die Buchbeschaffung. In Feldberg warb Christa Ditzen aus der Fallada-Familie f\u00fcr Buchschenkungen an das zu gr\u00fcndende Antiquariat. Durch die Verbindung zum Buchdorf M\u00fchlbeck bei Wolfen konnte Bernd Techant in ganz Nord- und Mitteldeutschland B\u00fccher aus Haushaltsaufl\u00f6sungen zusammentragen. Ganz konkret wurde es dann 1999: Die Gemeinde Feldberg stellte R\u00e4ume in der Kastanienallee zur Verf\u00fcgung, die Sparkasse gew\u00e4hrte einen Kredit \u00fcber 10.000 Mark zum Regalkauf, mit sechs freiwilligen Helfern aus der Suchtklinik wurden die Regale aufgebaut und mit B\u00fcchern gef\u00fcllt. In der Strelitzer Stra\u00dfe 2 gab es noch die Buchhandlung Hopp, Antiquit\u00e4ten-Tiedt, den Fallada-Sammler Albert Pfitzner und das Antiquariat Graf, mit denen Neuantiquar Techant gemeinsam warb und gut zusammenarbeitete. Mehr als 50.000 B\u00fccher waren damals in der \u201eStra\u00dfe der Antiquariate\u201c versammelt. Durch Lesungen, Flohm\u00e4rkte und Auktionen wurde die neue Einrichtung immer bekannter und florierte. Umzug nach Neustrelitz Leider dauerte das Gl\u00fcck an diesem Standort nur vier Jahre. Nach einem B\u00fcrgermeisterwechsel wurde das gemeindeeigene Geb\u00e4ude in der Kastanienallee verkauft und das Antiquariat musste ausziehen. Ein neues Domizil fand Bernd Techant in der damaligen Kreisstadt Neustrelitz, im landeseigenen Marienpalais neben der Schlosskirche. Dort gab es zwar keine Heizung, aber gro\u00dfz\u00fcgige R\u00e4umlichkeiten. Im Fr\u00fchjahr 2004 wurden die B\u00fccher auf 60 Fahrten mit Pickup und Lkw von Feldberg nach Neustrelitz gebracht. Neben einem Angestellten arbeiteten auch viele Bekannte und Kunden als Helfer mit. Nach wiederum vier Jahren war auch hier Schluss: 2008 verkaufte das Land das Marienpalais. Techant fand zun\u00e4chst keine neuen R\u00e4ume und musste die B\u00fccherkisten und Regale einmotten \u2013 jeweils zw\u00f6lf Bananenkisten aufeinander auf 40 Quadratmetern im ehemaligen Kunsthaus in der Schlossstra\u00dfe. Im Sommer 2009 bot der Bauunternehmer Bernd Werdermann ein Stockwerk im Hafenspeicher als neues Quartier f\u00fcr das Antiquariat an. Der Speicher musste aber noch renoviert werden. Schlie\u00dflich konnte das Antiquariat dort an Ostern 2011 er\u00f6ffnen \u2013 in gro\u00dfz\u00fcgigen R\u00e4umen und erweitert um ein \u201eMusikzimmer\u201c mit Schallplatten CDs und Musiknoten. Ausstellungen von regionalen K\u00fcnstlern (Joachim Lautenschl\u00e4ger, Holm Heinke, Wolfram Schubert) und Kulturveranstaltungen waren in den neuen R\u00e4umen m\u00f6glich und machten den neuen Standort bekannt. Seit 2015 als Gemeinschaftsprojekt Antiquariatsgr\u00fcnder Bernd Techant liebte nicht nur B\u00fccher, sondern auch das Mittelmeer und besonders die Insel Kreta. In der zweiten H\u00e4lfte des achten Lebensjahrzehnts stehend, wollte er sich nun h\u00e4ufiger Kreta widmen und suchte deshalb einen Nachfolger f\u00fcr seinen B\u00fcchertempel \u2013 und blieb dabei erfolglos. So entstand die Idee, einen Verein aus Lese- und Literaturbegeisterten zu gr\u00fcnden und das Antiquariat auf ehrenamtlicher Basis weiter zu betreiben. Im November 2014 wurden die \u201eFreunde des Buches Neustrelitz e. V.\u201c gegr\u00fcndet und seit Ostern 2015 organisieren etwa zwei Dutzend Helfer das Antiquariat. Bernd Techant arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 2019 im Vorstand des Vereins mit. Einen Neuanfang gab es im Jahr 2025, nachdem das Antiquariat mit allen Medien aus dem 2. Stock ins Erdgeschoss des Speichergeb\u00e4udes ziehen konnte. Damit sind die R\u00e4ume jetzt barrierefrei erreichbar. 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